Südamerikareise 2010


Mein Reisetagebuch...

Ecuador | November 2010 written 11.11.2010

Am 4. November reiste ich bei Arenillas wieder nach Ecuador ein. Auf der PANAM fuhr ich nordwärts bis Guayaquil wo ich auf einem LKW Parkplatz nächtigte. Tags darauf schaute ich mir diese Stadt an und fuhr dann weiter nach Salinas. Auf der sogenannten "Ruta del Sol" fuhr ich der Küste entlang nach Norden.

Es war zwar herrlich warm doch leider ohne Sonne. Ich schaute mir die ecuadorianischen Badeorte wie Montanita, Puerto Lopez und Canoa an. In Bahia de Caraquez überquerte ich die Bucht auf der vor einer Woche fertig gestellten 1,2 km langen Brücke. In Pedernales verließ ich die Küste und fuhr über El Carmen, Santo Domingo nach Quito.

Am Dienstag den 9. November holte ich Feger Sigi aus Scheffau am Wilden Kaiser am Flughafen ab. Er will mit mir einige Berge in Ecuador besteigen. Nach 2 Übernachtungen in Quito fuhren wir zum Hostal Valhalla in der Nähe von Boliche bei Machachi. Ich kannte dieses Hostal das zwischen Cotopaxi und Iliniza auf 3.550 m liegt bereits vom Juli als ich in Ecuador war. Es ist ein herrlicher Platz mit toller Aussicht auf Illiniza, Corason, Cotopaxi und hervorragend geeignet zum Akklimatisieren. Wir verbrachten hier 2 Nächte mit Wanderungen in der Umgebung.



Bild Illiniza

Als das Wetter etwas besser wurde starteten wir sofort zum Illiniza. Manuel, der Besitzer des Hostal Valhalla, fuhr uns mit seinem Allradfahrzeug nach La Virgen auf 3.900 m. Kaum waren wir unterwegs, begann es leicht zu regnen und ab 4.400 m hatten wir Graupelschauer. Auf der Hütte Nuevo Horizontes auf 4.700 m waren wir zuerst die einzigen Besucher. Am späten Nachmittag kamen aber doch noch weitere 13 Personen, so dass die Hütte ziemlich voll war. Leider sah das Wetter nicht sehr vielversprechend aus, es gab den ganzen Nachmittag leichten Schneefall und die Schneedecke wuchs auf 10 cm. Tags darauf wenigstens kein Schneefall, aber der Gipfel in Wolken. Dennoch starteten wir zum Gipfelgang, wenngleich keine Aussicht auf Wetterbesserung bestand.

Beim Aufstieg zum Gipfel war dann Spurarbeit bei 15 cm Neuschnee angesagt. Ich kannte ja den Weg vom Juli und deshalb war es nicht besonders schwierig, den Gipfel zu erreichen. Für Sigi war es der erste Fünftausender, jedoch Sicht gleich null – leider!! Abstieg nach La Virgen, wo uns Manuel wieder zurück zum Hostal Valhalla brachte.



Bild Banos
Bild Banos, lokale Schönheiten

Am nächsten Tag wieder keine Wetterbesserung in Sicht, so fuhren wir nach Banos, das bereits unter 2.000 m liegt und auch Thermalbäder hat. Von hier besuchten wir Puyo, das bereits auf 1.200 m liegt und natürlich ist es hier sehr warm. Diese Straße hinunter ins Tiefland ist anfangs recht spektakulär. Man passiert viele Tunnels und fährt vorbei an herrlichen Wasserfällen. An einigen Stellen kann man mit einer Seilbahn über das Tal fahren und so kommt man ganz nah an die Wasserfälle heran. In Puyo befindet sich das Haus des Balsaholzes, wo ich mir einen ca. 80 cm großen Papagei, der aus einem Balsaholzstamm herausgeschnitzt und bemalt wird, für 25 USD kaufte. Regelmäßig fing es Nachmittag zu regnen an bis ca. 10 Uhr abends.

Da momentan der Vulkan Tungurahua 5.029 m nicht aktiv ist, wäre eine Besteigung möglich, wenn das Wetter es zulässt. Wir probierten es und so fuhren wir morgens mit den KIA hinauf nach Pondoa auf ca. 2.600 m. Von hier dann zu Fuß weiter, teilweise wie durch Urwald, steil hinauf zu einer Schutzhütte auf ca. 3.800 m, (es gibt eine Matratze, schlechtes Dach, Kochstelle mit Gas, einige Töpfe und Tassen, Tische und Bänke) die wir nach gut 2 ½ Stunden erreichten. Das Wetter sah aus, als ob es jederzeit anfangen kann zu regnen und der Gipfel war in Wolken. Deutlich war der Neuschnee zu sehen, der bis auf ca. 4.500 m herunter reichte. Wir stiegen noch bis ca. 4.200 m hinauf, dann kehrten wir um, weil wir im Nebel standen - ohne Sicht. Schneller Abstieg zum KIA, zurück nach Banos und anschließend ein Bad in den warmen Thermalquellen – herrlich!



Bild Riobamba und der Chimborazo
Bild Jose-Ribas-Hütte

Von Banos fuhren wir tags darauf nach Riobamba und wollten eigentlich auf die Wymperhütte am Chimborazo. Leider war die Auffahrt wegen des vielen Schnee nicht möglich, so blieben wir eine Nacht in Riobamba im Hotel. Der nächste Tag zeigte sich mal wieder von der guten Seite, es war schönes Wetter, aber der Schnee ging bis 4.500 m herunter. Wir machten uns auf den Weg zum Cotopaxi und genau auf 4.500 m war die Auffahrt für meinen KIA zu Ende – es war Schneefahrbahn.

In gut einer Stunde erreichten wir die Jose Ribas Hütte auf 4.800 m bei 15 cm Neuschnee und es waren etwa 25 Leute anwesend. Die Übernachtung kostet hier sagenhafte 22.50 USD, dafür bekommt man eine durchgelegene Matratze, aber kann Gas verbrauchen soviel man will. Geschirr zum Kochen ist vorhanden, ebenso Teller, Tassen und Besteck. Nachdem wir uns noch eine Suppe zubereitet haben verzogen wir uns in unsere Schlafsäcke.

Bereits um Mitternacht stehen die ersten auf und machen Lärm, dass an ein Weiterschlafen nicht zu denken ist. Ich frage mich immer, was man um diese Zeit bereits am Berg will, aber hier ist es Gewohnheit der heimischen Bergführer, um Mitternacht aufzustehen und um 1 Uhr morgens mit Ihren Klienten Richtung Gipfel zu gehen.

Wir verließen dann um 1.30 Uhr unsere Schlafsäcke und nach einem guten Frühstück starteten wir um 2.30 Uhr Richtung Gipfel. Bereits nach einigen Minuten kamen uns Leute entgegen, die wieder auf dem Weg zurück in die Hütte waren – unglaublich aber wahr. Es hatte ca. 20 cm Neuschnee und der einheimische Führer wollte nicht mehr weiter, seine Gäste gaben sich zufrieden...

Nach ca. 40 Minuten Aufstieg in einer Spur von 6 Personen holten wir diese ein. Die 2 einheimischen Führer mit ihren Gästen waren natürlich so langsam unterwegs, da sie sahen, dass wir mit unseren Stirnlampen immer näher kamen und sie bald einholten. Sie wollten nicht mehr im Neuschnee weiterspuren und warten, bis wir die Spurarbeit machen. Ich fragte sie dann ob wir nun abwechselnd weiterspuren, was sie aber verneinten, denn sie wollten eigentlich eh schon wieder zurück zur Hütte gehen. Tatsächlich drehten sie um und so waren wir allein am Berg unterwegs.

Je höher wir kamen umso tiefer wurde der Neuschnee. Gott sei Dank kannte ich die Route vom Juli, denn von der alten Spur war überhaupt nichts zu sehen. Auf ca. 5.500 m gibt es eine lange Querung und hier war es schon etwas kritisch wegen des vielen Neuschnees. Wir dachten hier das erste Mal ans Umdrehen. Nachdem wir aber diese Stelle doch hinter uns brachten, stiegen wir weiter hinauf bis ca. 5.700 m. Ich musste bis zu den Knien im Neuschnee spuren und gelegentlich war ein Setzen der Schneedecke zu hören – Schneebrettgefahr!!!

Es war ja inzwischen taghell und so konnten wir klar sehen, wo die gefährlichen Stellen sind. Der ganze Gipfelhang der zwischen 35 und 45 Grad steil ist, war stark eingeblasen mit einer Neuschneedecke über einen halben Meter – es war einfach zu gefährlich weiterzugehen. Nach 5 Stunden Aufstieg drehten wir um und erreichten 2 Stunden später wieder die Hütte. Sehr schnell drehte auch das Wetter um und beim Verlassen der Hütte eine Stunde später schneite es wieder. Schnell hinunter zum KIA, wo es bereits regnete, und dann bei starkem Regen zurück nach Quito zu unserem Quartier im Hostal Zentrum bei Gerd, dem ausgewanderten Hamburger.



Bild Esmeraldas, am Strand

Da auch in Quito sehr schlechtes Wetter war, fuhren wir für 4 Tage an die Küste bei Esmeraldas und Atacames. Das Wasser war herrlich warm, aber auch hier fast keine Sonne. In einer Ferienwohnung machten wir es uns gemütlich, kochten selber – es gibt ja guten Fisch und frisches Gemüse am Markt im Überfluss - und fuhren dann nach 2 Tagen weiter nach San Lorenzo.

Diese Fahrt auf neuer Strasse war fantastisch. Sie führt zuerst entlang der Küste und anschließend durch tropischen Urwald, der teilweise gerodet ist, um großflächig Palmölbäume anzupflanzen. Nach einer Übernachtung in San Lorenzo (es liegt am Meer und nahe an der Grenze zu Kolumbien) sind wir über Ibarra, Otavallo wieder zurück nach Quito gefahren. Fahrkosten spielen ja eine kleine Rolle, zumal der Diesel hier nur 20 Eurocent pro Liter kostet. Die letzte Nacht in Ecuador bin ich wieder im Hostal Zentrum bei Gerd, wo ich auch meinen KIA stehenlassen kann bis ich wieder komme.



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Am 25. November fliege ich dann via Bogota und Madrid nach Salzburg, wo ich dann am Freitag, dem 26. November um 22 Uhr eintreffe – hoffentlich!!!

Dann ist meine fast 10-monatige Südamerikatour zu Ende - aber es gibt sicher eine Neuauflage…..???

Liebe Grüße
El Viajero Markus




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